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Das Anliegen

und der Anliegensatz

Für eine zielorientierte selbstverantwortliche therapeutische Arbeit ist es wichtig, dass der Klient mit einem spezifischen Anliegen zur Aufstellung kommt. Im Anliegen, dass der Klient selbst formuliert, ist sein Wunsch nach Veränderung, die Blockade und Lösung seines Problems enthalten. Das Anliegen ist das zentrale Ziel einer Aufstellung.

Es zeigt dem Klienten:

  • was er durch die Aufstellung erreichen möchte
  • wo er im Moment in seinem Leben steht
  • mit welchen Veränderungswünschen er momentan psychisch in Kontakt ist
  • was sich in seinem Leben ändern soll
  • den Wunsch nach Verständnis der Zusammenhänge in seinem Leben
  • warum er das Ziel bis jetzt noch nicht erreichen konnte

Das Anliegen könnte z. B. folgendes sein:

„Ich möchte Klarheit darüber haben, warum ich Angst in engen Räumen habe“ oder
„Ich möchte wissen, was hinter meinen Rückenschmerzen steht“
oder
„Warum ist mein Sohn/Tochter immer so unruhig?“
oder
„Warum fühle ich keine Nähe zu meinem Partner?“
oder
„Warum habe ich Probleme mit meinem Chef?“
oder
„Warum habe ich Angst vor dem Alleinsein?“
 

Das Anliegen und der Anliegensatz

Bei der Anliegenmethode von Prof. Franz Ruppert werden die einzelnen Wörter durch Stellvertreter dargestellt. Weder ich noch der Klient wissen vorher, was sich hinter den Wörtern verbirgt. Jedes einzelne Wort ist wie ein Tor, durch das sich das individuell Unbewusste unzensiert nach außen hin zeigen darf. Neben den einzelnen Wörtern im Anliegen besteht aber noch die Ebene der inneren Bewegung des Anliegens, die von mir in meiner intensiven empathischen Prozessbegleitung mit berücksichtigt wird. Wenn ein Klient z.B. das Anliegen hat „Ich will einen Schritt auf mich selber zugehen“, dann ist für mich der Auftrage, dass ich ihn darin unterstützen näheren Kontakt z.B. zu seinen Ich zu bekommen. Dann kann es sein, dass außer dem Ich kein anderes Wort dazugenommen wird und wir nur mit diesem Annährungsprozess arbeiten. Habe ich aber ein Anliegen z.B. „Warum habe ich Magenschmerzen“, dann muss ich um diese Information zu bekommen, alle Worte aufstellen. Da wir überwiegend mit Entwicklungstraumen arbeiten, zeigt sich in einem Anliegen (besonders wenn es viele Worte hat) oft viele Ebenen der Traumatisierung und da gilt es nun sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, um den Klienten nicht zu überfordern. Nur sehr selten ist ein Anliegen mit einer Aufstellung abgeschlossen. Mit jeder Aufstellung geht der Klient schrittweise immer tiefer in seine innerpsychische Landschaft. Oft muss das Thema eines Anliegens viele Male aufgestellt werden, bis es in seiner Tiefe erfasst und integriert werden kann.

Ich als Begleiterin bin gefordert mit meinem Wissen und meiner Erfahrung nun den Klienten zu unterstützen um zu erkennen, um welche Anteile, Personen und Emotionen es sich bei jedem Wort handelt. Es hat sich als sehr hilfreich erwiesen, wenn in dem Anliegensatz ein "Ich" mit vorhanden ist. Die Praxis hat gezeigt, dass das Ich eine wichtige Position in der Aufstellung erfüllt, denn es repräsentiert das ganz individuelle des Klienten. Der Stellvertreter für ein gesundes "Ich" kann den Klienten dann während des Prozesses der Aufstellung hilfreich begleiten und ihm zur Seite stehen.

Es ist weder für mich noch für den Klienten vorher zu erahnen, welcher Anteil, welche Person oder Situation sich zeigen wird, wie der Klient darauf reagiert und wie er sich selber dabei wahrnimmt.

Das Anliegen Gruppenaufstellung Einzelaufstellung
Praxis für Lebenssinn & Wandlung