Aufstellung in der Einzelsitzung

In der Einzelsitzung sind nur der Therapeut und der Klient anwesend.

Auch hier schildert der Klient im Vorgespräch erst einmal seine momentane Situation und formuliert selbstständig sein eigenes Anliegen. Dann lasse ich mich als Therapeut vom Klienten als Anliegen aufstellen. Auch zwischen uns beginnt nun der Prozess des emotionalen Austausches. Ich, als das Anliegen, beginne nun dem Klienten zu sagen oder zu spiegeln, was ich gerade innerlich zu diesem Thema wahrnehme. So entwickelt sich auch zwischen uns allmählich ein Dialog und eine Dynamik. Die Einzelsitzungen haben für mich den Vorteil, durch den Kontakt mit den inneren Zuständen und Gefühlen des Klienten schneller, klarer und direkter zu erfassen, wo der Klient gerade steht und worum es bei seinem Anliegen momentan geht. Da keine anderen Stellvertreter zur Verfügung stehen, hat es sich bewährt Kissen oder Filzteppiche als sogenannte "Bodenanker" bzw. Platzhalter für Personen, innere Zustände oder Persönlichkeitsanteile dazu zu nehmen. Es ist erstaunlich, wie stark auch diese Bodenanker als "Stellvertreter" auf den Prozess einwirken. Um ein inneres Bild und Gefühl von den anderen Persönlichkeitsanteilen zu bekommen, wechsele ich bei Bedarf auch in andere Rollen, indem ich mich auf die jeweiligen Bodenanker stelle. Von dem eingenommenen Platz aus berichte ich dem Klienten was ich in diesem Anteil wahrnehme und wie ich mich im Verhältnis zu ihm fühle.

So entsteht während der Einzelstunde nach und nach ein Bild des momentan innerpsychischen Zustandes des Klienten. Sobald ich das Gefühl habe, das sich genug Informationen gezeigt haben, trete ich aus den Stellvertreterrollen heraus und übernehme wieder die Therapeutenrolle. Nun setzen wir uns wieder hin und reflektieren zusammen, was sich gerade gezeigt hat, wie das Erlebte zu verstehen ist und welches die nächsten Schritte sein könnten.